Brücke über Fluß

Pädagogik

Leitlinien unser pädagogischen Arbeit

  • Im Rahmen unserer pädagogischen Arbeit geht es im Wesentlichen darum, gesunde Persönlichkeitsanteile und Verhaltensweisen zu unterstützen und positiv zu verstärken. Negative Verhaltensweisen und Defizite werden anhand alternativer Handlungsangebote korrigiert.
  • Unsere pädagogische Arbeit wird geleitet von einem klar strukturierten Alltag mit wiederkehrenden Pflichten innerhalb der Wohngruppe und Lebensgemeinschaft. Je nach Entwicklungsstand werden die Kinder und Jugendlichen in die Tagesplanung einbezogen und in den Ablauf eingebunden.
  • Teil dieser Struktur ist die kontinuierliche Betreuung und Kontrolle der Hausaufgaben sowie eine engmaschige Zusammenarbeit mit den Schulen.
  • Auch Gruppen- und Einzelgespräche in natürlich herbeigeführten Situationen gehören zum Tagesablauf. Hier soll situationsbedingt erreicht werden, eigenes Handeln zu reflektieren und Lösungen für aufgetretene Konflikte herbeizuführen. Besonders in Bezug auf ein nicht ausgeprägtes Sozialverhalten kann hier im Gruppenrahmen geübt werden, was im gesellschaftlichen Zusammenleben dringend erforderlich ist.
  • Durch regelmäßige Einzelsituationen bei den verschiedensten Pflichten, den Freizeit- und Therapieangeboten soll eine Beziehung zwischen Betreuern und Kindern aufgebaut werden. Nur tragfähige Beziehungen schaffen die Möglichkeit der Bindung und Konfliktfähigkeit.
  • Unsere Kinder und Jugendlichen werden mit keiner Situation alleine gelassen, lernen aber, Verantwortung für ihr eigenes Handeln zu übernehmen beziehungsweise dafür einzustehen.
  • Hierbei geben wir eine größtmögliche Klarheit in der Erziehung mit nachvollziehbaren Konsequenzen und einem klaren Regelwerk, um eine Verhaltenssicherheit bei unseren Kindern und Jugendlichen aufzubauen.
  • Ferner unterstützen wir unsere Kinder und Jugendlichen, je nach Entwicklungszustand, bei der Entdeckung ihrer Ressourcen und fördern deren Entwicklung. Dazu gehören Hilfen bei der Erarbeitung einer realistischen Selbst- und Fremdwahrnehmung, beim Aufbau tragfähiger Beziehungen und sozialer Kompetenzen.

Wir bedienen uns dabei vielfältiger und auf den jeweiligen Einzelfall (Persönlichkeit, Sozialisation, aktuelle Lebenssituation) zugeschnittener Methoden wie:

  • Bezugsbetreuersystem
  • Gespräche aus situativen Anlässen
  • Verhaltensübungen und Rollentraining
  • Aufbau von Strukturen und Einüben von Ritualen (Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit)
  • Familiensystemischer Ansatz
  • Freizeitpädagogische und therapeutische Projekte
  • Kleine erlebnispädagogische Projekte (Schlitten hinter Trecker, Lagerfeuer, Übernachten am Strand etc.)

Und ja, natürlich achten auch wir auf das Einhalten von Regeln und Grenzen sowie auf das Erlernen, Autoritäten anzuerkennen und zu respektieren. Allerdings gestehen wir unseren Kindern und Jugendlichen auch zu, sich darin zu üben, bestehende Grenzen und Widerstände zu überwinden - braucht man immer im Leben. Es kommt nur darauf an, wie geschickt und adäquat dabei vorgegangen wird, um erfolgreich zu sein.

Die individuelle pädagogische Zielsetzung wird in den wöchentlichen Dienstversammlungen der Wohngruppen in Zusammenarbeit mit den Pädagogen, den Therapeuten, der Psychologin und bei Bedarf mit den internen Lehrkräften besprochen. Dabei geht es um eine wöchentliche sowie um eine langfristige Erziehungsplanung. Die wöchentliche Erziehungsplanung bezieht sich auf aktuelle pädagogische Erfordernisse und wird in jeder Dienstbesprechung aktualisiert. Die langfristige Erziehungsplanung hat die Ziele des Hilfeplans sowie deren Umsetzung zur Grundlage.

Wie beteiligen wir unsere Kinder und Jugendlichen?

Wir, als Jugendhilfeeinrichtung, sind gut beraten, auch auf unsere Kinder und Jugendlichen zu hören. Wo sind ihre Vorschläge, Wünsche und wo möchten sie sich einbringen? Wenn wir mit der Zeit gehen wollen, müssen wir auf die Signale der Kinder achten und sie zu deuten wissen. Die Jugend verändert sich ständig und für uns bedeutet es, sich darauf einzustellen. Unsere Kinder und Jugendlichen haben daher immer die Möglichkeit, sich mit einzubringen. Dies kann täglich geschehen oder in den Gruppensitzungen, die nach Bedarf stattfinden. Allerdings können wir hierbei nur auf realistische und umsetzbare Wünsche und Anregungen eingehen.

Übrigens: Es besteht auch Beschwerdefreiheit. Die Jugendlichen können für Beschwerden mit ihren Eltern oder den Jugendämtern telefonieren. Nur gilt dabei der Grundsatz: Während und direkt nach einem Konflikt wird nicht telefoniert. Es wird immer erst eine Nacht darüber geschlafen. Die Erfahrung zeigt uns, dass der Sachinhalt des Telefonates sonst stark verfälscht wird.